Auf die Frage, wie viel man monatlich sparen sollte, gibt es keine Zahl, die für alle gilt. Es gibt aber ein paar Faustregeln, die als Ausgangspunkt taugen, und eine Rechnung, die ehrlicher ist als jede Regel.
Die drei gängigen Faustregeln
50-30-20
Fünfzig Prozent des Nettoeinkommens für feste Kosten, dreißig Prozent für alles, was Spaß macht, zwanzig Prozent fürs Sparen und Schuldentilgung. Die Regel ist beliebt, weil sie einfach ist. Sie scheitert dort, wo die Miete allein schon fünfzig Prozent frisst, und das ist in vielen Städten der Normalfall.
Zehn Prozent vom Netto
Die konservative Variante. Zehn Prozent sind für die meisten machbar und wirken über die Jahre erheblich. Bei 2.500 Euro netto sind das 250 Euro im Monat, also 3.000 Euro im Jahr.
Erst zahlen, dann leben
Keine Prozentzahl, sondern eine Reihenfolge: Der Sparbetrag geht am Tag des Gehaltseingangs weg, der Rest ist zum Ausgeben da. Diese Regel ist die wirksamste von allen, weil sie nicht auf Disziplin am Monatsende setzt.
Die ehrlichere Rechnung
Statt mit einer Faustregel anzufangen, rechne rückwärts. Nimm dein Nettoeinkommen, zieh alle festen Kosten ab, zieh einen realistischen Betrag für Lebensmittel und Alltag ab. Was übrig bleibt, ist dein tatsächlicher Spielraum. Davon nimmst du erst einmal die Hälfte.
Die andere Hälfte brauchst du als Puffer. Wer den Spielraum vollständig verplant, hat beim ersten unerwarteten Betrag ein Problem und bricht das Sparen ab.
Das Problem an dieser Rechnung ist meistens, dass die festen Kosten gar nicht bekannt sind. Die meisten Menschen unterschätzen ihre Ausgaben deutlich. Wer das ändern will, kommt an vier Wochen Mitschreiben nicht vorbei.
Womit du anfangen solltest
Zuerst der Notgroschen
Bevor du irgendetwas anlegst, gehören drei Nettomonatsgehälter auf ein Tagesgeldkonto. Nicht weil das die beste Rendite bringt, sondern weil es der Unterschied ist zwischen einer kaputten Waschmaschine als Ärgernis und als Kredit.
Danach das konkrete Ziel
Sparen ohne Ziel hält niemand durch. Eine Reise, ein Auto, eine Rücklage in bestimmter Höhe. Wenn du weißt, wofür, weißt du auch, wie lange du durchhalten musst.
Erst dann das Anlegen
Steht der Notgroschen und läuft die Sparrate zuverlässig, kommt die Frage nach der Anlage. Vorher ist sie verfrüht.
Warum die Höhe weniger zählt als die Regelmäßigkeit
Fünfzig Euro im Monat, die zwölf Monate lang fließen, sind 600 Euro. Zweihundert Euro, die nach sechs Wochen aufhören, sind dreihundert. Wer klein anfängt und dabei bleibt, kommt weiter als jemand, der ambitioniert startet und im dritten Monat aussteigt.
Setz die Rate deshalb im ersten Monat bewusst zu niedrig an. Du kannst sie jederzeit erhöhen, wenn es leichter läuft als gedacht. Umgekehrt fühlt sich eine Senkung wie Scheitern an, und danach hören die meisten ganz auf.
So setzt du es um
Ein Sparplan auf Papier funktioniert für viele besser als ein Dauerauftrag allein, weil er sichtbar ist. In den Sparplan-Vorlagen findest du Pläne für unterschiedliche Ziele und Zeiträume, vom kurzen Einstieg über acht Wochen bis zum ganzen Jahr.
Wenn du deinen tatsächlichen Spielraum noch nicht kennst, fang mit dem Haushaltsbuch in Excel an. Vier Wochen reichen für die erste belastbare Zahl.